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29. Dezember 2013

Tu gutes und sprich darüber.

Hamburg, oh du schillernde Stadt.
Ich bin zum ersten mal hier. Wegen eines Konzerts. Und das fasst eigentlich mein musikalisches Jahr 2013 zusammen: Alligatoah! (Ok, etwas Techno war auch dabei.)
Wenn man wie ich zur Großen Freiheit 36 zum Konzert will und nicht (extra) die Nebenstraßen geht, läuft man über die Reeperbahn. Klingt nach Porno, Nutten und Krawalle (die es zum Glück heute nicht gab). Aber wenn man vor Ort ist und nicht „blind“ ist, fällt einem schnell etwas auf: die vielen Obdachlosen.
Gerade als „Dorfkind“ wie mir. Denn in Brilon scheint es entweder keine Obdachlosen zu geben, oder sie sind sehr unauffällig.
Nun sind mir diese Menschen hier aber aufgefallen – und ich hätte nicht ohne schlechtes Gewissen ins (mittelmäßige, aber warme) Hotel gehen können, ohne meine vergleichsweise gute soziale Lage irgendwie nutzen zu können.
Da ich – vor allem als Kind – immer wieder vor „Schnorrern“, „Bettelbanden“ oder anderen, die das Geld entweder nur hätten abgeben müssen oder in Alkohol umgesetzt hätten, gewarnt wurde, wollte ich nicht einfach nen Euro hinschmeissen oder so. Stattdessen wollte ich direkt helfen.
Idee: Kaffee macht/hält warm und jeder (außer mir!) mag Kaffee. Also: In den KFC, nachfragen, welche Getränke-Träger die haben und die mit Kaffee füllen lassen. (Also auch mit Bechern und so…)
So war es mir wirklich ein Leichtes, wenigstens etwas Wärme zu spenden. Es war nicht teuer, aber ich konnte denjenigen ansehen, dass es etwas Freude gebracht hat.

Wer mich genauer kennt, weiß vielleicht, dass ich so was eigentlich lieber einfach so, ohne darüber zu reden machen würde, aber mir kamen dabei 2 Gedanken:
1. Kann es wirklich sein, dass es in Brilon keine Obdachlosen gibt? Und wenn doch (wovon ich eigentlich ausgehe): Wo sind sie und wie kann man ihnen – erst recht in den kalten Monaten – helfen?
2. Macht es auch so: Selbst wenn ihr nicht viel geben könnt, überlegt, wie ihr denen, die noch weniger haben, sinvoll helfen könnt!

Nur schade, dass der Herr, der mich auf dem Hinweg (als ich in Eile war und nur Bargeld hatte) so nett gefragt und mir gute Besserung gewünscht hat, weil ich mir die Nase geputzt hatte, in dem Moment nicht mehr an der gleichen Stelle war. Ich hätte mich gerne bei ihm revanchiert.

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