Tag 1 – Lauf Forrest, lauf!

Tag 1: Spontan, sehr spontan habe ich mich heute dazu entschieden, mich endlich mal wieder mehr zu bewegen.  Also nicht nur vom Sofa zum Kühlschrank, sondern mal wirklich wieder an meiner Ausdauer zu arbeiten.

Ausdauer, das war doch dieses Zeug, das man beim Studium abgibt, oder?

Nunja, ich konnte noch vor wenigen Jahren mehr oder weniger problemlos 2 Stunden schnellen Hallenfußball durchspielen. Als ich das im letzten Jahr mal wieder versucht habe, musste ich mich nach 10 Minuten übergeben. Seit dem bevorzuge ich die Position des Torwarts, der hin und wieder mal nach vorne stürmt, (meist) ein Tor schießt und dann hofft, dass die Gegner keinen schnellen Konter fahren, damit ich möglichst langsam wieder ins Tor trotten kann.

Doch Torwart wollte ich eigentlich nie werden. Ich bin nicht gerne eine Schießbudenfigur. ;)

Gestern Abend hatte ich mir schon vorgenommen, bald mal mit dem Laufen anzufangen. Nachdem ich schon im letzten Jahr die App Zombies, Run! entdeckt und gekauft – aber nie benutzt hatte – stieß ich gestern zufällig auf die „Anfänger“-Version: Zombies,! Run 5k. Ziel der App ist es, den Nutzer innerhalb von 8 Wochen zu einem 5km-Lauf zu führen. Und das mit Hilfe von 25 Einheiten, die jeweils zwischen 30 und 45 Minuten lang sind.

Das klang für mich doch sehr nach einer machbaren Aufgabe.

Im letzten Sommer hatte ich es schon einmal versucht. Ohne Hilfe. Das Ergebnis: Ich habe es 2 mal versucht. Ein mal an einem 10km-Lauf und einmal auf einer Strecke, die zunächst nur bergauf verlief.

Beide Versuche verliefen dermaßen demotivierend, dass ich danach weiter davon entfernt war, es noch einmal zu versuchen, als jemals zuvor.

Diesmal habe ich mir daher ein paar „Regeln“ gesetzt:

  • Nicht übertreiben.
  • Langsam angehen lassen.
  • Hauptziel ist nicht einfach Gewicht zu verlieren, sondern die Ausdauer auszubauen.
  • Spaß haben.
  • Keine Ausreden mehr.

Zusätzlich suche ich mir das Gelände besser aus: Für den Anfang keine zu steilen Berge, also möglichst flache Strecken (was hier im Hochsauerland gar nicht mal so einfach ist) und möglichst wenig „Zuschauer“. Es hatte mich einfach noch viel mehr demotiviert, dass mich Leute bei meinem Versagen beobachten konnten.

Ok, eine grobe Gegend habe ich dank Google Earth recht schnell gefunden. Fehlte heute also nur noch das letzte Bisschen Motivation. Und das habe ich in einem sehr unterschätzen Zustand entdeckt: Langeweile.

Heute Vormittag war mir dermaßen langweilig, dass ich spontan entschieden habe einfach loszulaufen.

Etwas mutig war das schon, hatte ich doch letzte Woche erst einen Arbeitsunfall, der mir einen dicken, blauen Fuß beschert hat. Da die Blutergüsse und Schwellungen sich jedoch schon fast komplett zurückentwickelt hatten und ich wieder vollkommen schmerzfrei gehen konnte, habe ich es einfach mal drauf angelegt. Wer weiß, wann ich sonst das nächste Mal so motiviert gewesen wäre. ;)

Also noch schnell in Spotify eine passende Playlist aufs Handy geladen und in Sportklamotten geschmissen und schon konnte es losgehen.

Knapp 2km bin ich gefahren, bis ich einen Weg gefunden habe, der in etwa dem entsprach, was ich erhofft hatte.

Also Musik starten, Zombies, Run! 5k starten und… oh… Ich soll in der App eine Playlist auswählen. Da hab ich wohl vorher was falsch verstanden. Ich dachte, die Musik würde zwischendurch einfach leiser und der Text würde darüber gesprochen. Lasse ich aber Spotify laufen, höre ich einfach beides gleichzeitig  und kann das Gesprochene kaum verstehen. Zum Glück habe ich noch andere Musik auf dem Handy und kann so trotzdem loslegen.

Die Vorgabe für den ersten Teil ist recht einfach: „Lauf einfach mal so, wie es dir passt.“ Ein kurzer Blick in die folgenden Teile hat mir schon gezeigt, dass die nächsten Läufe strukturierter ablaufen werden; mit vorgegebenen Lauf-, Geh- und Rennphasen.

Ich laufe also einfach mal locker los und erinnere mich dabei selber immer wieder daran, es nicht zu schnell anzugehen. Anfangs muss ich ein paar Meter bergauf laufen, doch das hält sich noch in Grenzen. Oben angekommen gehe ich dann halt ein paar Meter langsamer, bis ich wieder normal atmen kann.

So laufe ich eigentlich die ganze Zeit – mal schneller, mal langsamer – und bin so die ganze Zeit in Bewegung. Nur 2 mal muss ich quasi anhalten; ein mal, weil der Weg vor mir so zugewachsen war, dass ich umdrehen und mit Hilfe eines Hochsitzes über einen Stacheldrahtzaun auf eine Weide klettern muss (um nicht den ganzen Weg wieder zurück laufen zu müssen) und kurz darauf um am anderen Ende der Weide unter dem Zaun wieder auf einen Weg zu kriechen.

Selbst für ein Foto habe ich nicht extra angehalten, sondern einfach eine Geh-Phase genutzt.

Fast keine Menschen, nicht zu steile Berge - so lässt es sich gut laufen.

Fast keine Menschen, nicht zu steile Berge – so lässt es sich gut laufen.

Ohne auf die Uhr zu sehen, entscheide ich mich irgendwann wieder in Richtung Auto abzubiegen und habe nun endlich Rückenwind. Zeit für ein paar schnellere Meter, die ich sogar rennend schaffe. Dabei setze ich mir immer neue, kleine Ziele. „Nur noch bis zu dem Busch.“ Dann „Nur noch bis zu dem Stein.“ und so weiter. So schaffe ich immerhin über 500m. Eine Strecke, nach der ich mich sonst japsend und wimmernd auf den Boden gelegt hätte. Doch ich kann mich erstaunlich leicht dazu bewegen nicht anzuhalten und zumindest zügig weiter zu gehen.

Wieder am Auto angekommen, habe ich die Vorgabe von 32 Minuten fast genau getroffen: 31,27 Minuten. Und die 4km-Marke um gerade einmal 30 Meter verpasst! Die 5km sind also gar nicht einmal so weit weg und dürften in 8 Wochen auf jeden Fall machbar sein.

Trotzdem bin ich nun erst einmal pitschnass geschwitzt und freue mich auf eine kühle Dusche.

Fertig, aber für den ersten Lauf seit langem doch recht zufrieden.

Fertig, aber für den ersten Lauf seit langem doch recht zufrieden.

Und belohnt habe ich mich dann auch noch:

Fazit Tag 1: Jepp, ich glaube dieser Ansatz ist wesentlich besser, als einfach planlos drauf los zu laufen. Jetzt muss ich nur am Ball bleiben. Und mir für den nächsten Lauf eine richtige Playlist zusammenstellen (wobei die Musik heute mit Major Lazer und Claptone heute schon sehr passend war – vor allem der erste Titel: Sweat :D ). Und ich brauche dringend so Kopfhörer mit Bügel, damit die mir nicht dauernd aus den Ohren rutschen!

Jetzt muss ich die nächsten 3 Tage nutzen und je eine Einheit schaffen, denn danach geht es schon zur Nature One. Und im Camping-Village werde ich bestimmt keine Strecke finden, auf der ich möglichst keine Zuschauer habe.

Am Ende hatte ich sogar noch richtig Glück mit dem Wetter: Es war gerade so weit zugezogen, dass die Hitze nicht mehr so stark war, es aber trotzdem trocken blieb – zumindest, bis ich wieder im Auto saß. :)

Ach ja, es sollte noch erwähnt sein, dass die App auf englisch ist. Wer also der englischen Sprache nicht mächtig ist, wird hiermit wenig Spaß haben.

Zur Übersicht: https://www.zombiesrungame.com/c2h5oh/5k/1980708/

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