Archive for Februar, 2012

22. Februar 2012

Piraten im HSK, oder: alles wie am Anfang

Diesen Beitrag schrieb Daniel Wagner vor kurzem auf aOneStone. Er beschreibt darin recht gut, mit welchen Problemen die Mitglieder der Piratenpartei im Hochsauerland zur Zeit zu kämpfen haben:

Es ist erfreulich, dass wir hier im HSK von vielen Bürgerinnen und Bürgern Rückhalt für unsere Arbeit bekommen. Dennoch möchte ich einmal auf die Schwierigkeiten eingehen, die wir mit der Piratenpartei im Hochsauerlandkreis haben.

Die Piratenpartei im Hochsauerlandkreis existiert nur als sehr loser Verband. Es gibt einen Stammtisch und eine Crew, beide Institutionen betrieben von der gleichen Stammmannschaft aus drei Personen.Das heißt aber nicht, dass diese “Losigkeit” (so will ich es jetzt einmal nennen) nicht gewollt ist. Piraten machen Politik eben anders.

Man erwartet von uns, dass wir uns inhaltlich mit den täglichen Problemen des Hochsauerlandkreises auseinander setzen. Das versuchen wir auch zu tun, aber mit drei Personen, die die Piratenpolitik als Hobby betreiben nebenher die Schule besuchen oder arbeiten gehen, eine fast unlösbare Aufgabe. Noch bevor man etwas Vernünftiges ausgearbeitet hat, gibt es hierzu einen Beschluss und neue Themen kommen auf den Tisch.

Der Hochsauerlandkreis ist der größte Kreis in Nordrhein-Westfalen. Mit einer Stammmannschaft im Westen des Kreises schon schwierig den östlicher gelegenen Teil zu erreichen. Aber dort wird es bald einen Wanderstammtisch für geben.

Es werden teilweise enorme Erwartungen in uns gesteckt (Gedächtniszitat: “Ihr habt euch ja gar nicht zur Sekundarschule geäußert.”), die wir (noch) nicht erreichen können. Zur Sekundarschulenbildung in Arnsberg möchte ich auch nur etwas sagen, wenn die Basis darüber abgestimmt hat. Dennoch finde ich es schön, dass es Leute gibt, die in der Piratenpartei allgemein den Schwung zu einem neuen Verständnis der Demokratie sehen.

Und dann müssen wir uns ja auch noch intern sortieren, Stammtische und Kreismitgliederversammlungen organisieren, auf die Straße gehen und Infostände betreiben. Aber wir sind da und man wird uns bemerken. Gemäß dem Motto: “Klarmachen zum Ändern”.

Da ich ja selber im HSK wohne, kann ich diese Erfahrungen nur bestätigen. Vor allem die zu überwindenen Entfernungen sind hier ein großes Problem, denn schließlich ist erstreckt sich der HSK nicht nur über eine große Fläche, sondern beinhaltet auch nur mittelgroße Städte, wobei Arnsberg mit 74.000 Einwohnern (laut Wikipedia) noch die mit Abstand größte Stadt ist.

Andere Piraten findet man also in der Regel nicht mal eben um die Ecke.

Als ich vor einem halben Jahr aus Hildesheim wieder zurück ins Sauerland gezogen bin, habe ich lange Zeit sogar gedacht das einzige Mitglied der Piratenpartei im Sauerland zu sein. Dank Twitter traf ich dann aber zunächst auf die Piraten in Soest und kurz darauf auf Daniel.

Das Problem ist aber weiterhin die Entfernung; für ein Treffen mit den Arnsberger Piraten müsste ich mal eben knapp 50km fahren – pro Strecke! Daher findet die Kommunikation zZt. hauptsächlich elektronisch statt.

Die Erfahrung, dass man viel Rückhalt aus der Bevölkerung bekommt, kann ich hier in Brilon leider nicht bestätigen. Höchstens von jüngeren Bürgern. Von älteren wird man meist entweder schief angesehen oder belächelt. Und da viele junge Leute (für Studium, Beruf etc.) zumindest zeitweise aus Brilon wegziehen, steht man in erster Linie alten, konservativ wählenden Menschen gegenüber, denen es lieber ist, wenn alles so bleibt, wie es ist, und die von Dingen wie ACTA, INDECT und anderen Sachen noch nie etwas gehört haben, da die örtliche CDU und SPD kein Interesse zu haben scheinen ihre Wähler (und andere Bürger) zu informieren.

Daniel hat dies mal in einem anderen Artikel so beschrieben:

[…]das größte Problem ist die Transparenz – Sie existiert faktisch so gut wie nicht. Die CDU lässt sich beim Spielen nicht in die Karten schauen und das macht mir persönlich Sorgen.
Auch habe ich die Sorge, dass die Bürger gar nicht mehr wissen, wer hier was macht und wofür.

Beispiel: In meiner Heimatstadt Arnsberg gibt es keinen Ausschuss für Bürgerbeteiligung, es gibt keine Möglichkeit dem Rat sein Anliegen vorzutragen.

Pressestelle der Stadt Arnsberg am 30.01.2011 auf meine Anfrage hin:

“(…) einen eigenen Ausschuss für Bürgerbeteiligung gibt es in Arnsberg nicht.
Nach der Gemeindeordnung (§ 58 Abs.1 Satz 3 GO NRW) können Fragestunden für Einwohner in die Tagesordnung aufgenommen werden, wenn Einzelheiten hierüber in der Geschäftsordnung geregelt sind. Bisher ist in der Stadt Arnsberg auf ein Fragerecht von Einwohnern verzichtet worden, die Sitzungen finden prinzipiell öffentlich statt. (…)”

Lediglich die Möglichkeit mein Anliegen einer Fraktion vorzutragen existiert. Doch was, wenn ich mich von keiner Fraktion im Rat vertreten fühle? Gefühlt gibt es da weder Opposition noch Regierung. Wie läuft das denn in den anderen Städten im Kreis (Würde mich da gerne über eine Rückmeldung freuen)?[…]

Auch für mich ist die Briloner Lokalpolitik bisher noch sehr undurchsichtig und die Zeit sich dort hineinzuarbeiten fehlt mir leider. Daher müssen sich erst einmal Leute finden, die das Bundesprogramm unterstützen. Danach kann man auch hier vor Ort über Lokalpolitik nachdenken.
Im Prinzip herrschen hier also noch Zustände wie kurz nach der Gründung der Piratenpartei, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen, denn mit den richtigen Waffen, kann auch ein einzelner Pirat ein ganzes Schiff kapern! ;)

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13. Februar 2012

The DJ’s Guide to Nightlife

2 Many DJs (Stephen and David Dewaele / Soulwa...

Image via Wikipedia

Ich habe mir mal gedacht, dass The Bartender’s Guide To Nightlife mal eine kleine Ergänzung zu Punkt 14 braucht.

1. Unter gar keinen Umständen wirst du irgendetwas, das dem DJ oder zu den Sachen mit denen er arbeitet gehört anfassen, so lange er es dir nicht ausdrücklich erlaubt. Diese Sachen sind meist recht teuer, empfindlich und/oder mit viel Mühe und Sorgfalt zusammengestellt.
Ebenso wenig wirst du dein Getränk in dir Nähe dieser Sachen bringen. Dein Vodka-RedBull auf dem Mischpult wird nicht nur deinem Portmonee weh tun.
Du wirst auch nicht fragen, ob du „einmal scratchen“ darfst. Niemals!

2. Ein DJ ist keine Jukebox! Du darfst dir in den meisten Fällen ruhig etwas wünschen, jedoch nur, wenn du a) dies freundlich tust, b) es nicht zu häufig tust und c) dein Musikwunsch der musikalischen Ausrichtung des Events entspricht. Erwarte jedoch nicht, dass er jeden deiner Wünsche erfüllen kann. Oder will. Musik kostet Geld und nur weil du zu hause eine 5 Terrabyte große Festplatte mit Musik von 1763 bis nächste Woche von YouTube-Videos geript hast, bedeutet das noch lange nicht, dass der DJ alles haben muss, was du hören willst.

3. Ein DJ ist auch kein wandelndes Musiklexikon. Die meisten zumindest. Nicht jeder kann wissen welches Lied und in welcher Version REM 1987 auf genau dem Konzert, das du besucht hast als erstes gespielt haben.

4. Ein DJ ist kein Hellseher! „Spiel mal die Musik, die meine Kinder hören“ ist daher kein legitimer Wunsch.

5. Bei „Topless DJanes“ gibt es eine Grundregel: Gucken ist erlaubt, anfassen nicht. Und wenn doch, dann bist du wahrscheinlich nicht in der Disco, sondern im Bordell.

6. RTFM! Oder in diesem Fall: lies den verdammten Flyer! Soll heißen: informier dich verdammt nochmal vorher, welche Musik gespielt wird. Wenn dir die Musikrichtung nicht gefällt, geh nicht hin oder leb damit.
Und nerv den DJ gefälligst nicht mit HipHop auf einer Techno-Party!

7. DJs sind in der Regel nicht arrogant, sie sind konzentriert oder genervt. Wenn ein DJ nicht auf dich reagiert oder dir eine schnippische Antwort gibt, hast du entweder etwas ziemlich dämliches gesagt/gefragt oder er hat gerade einfach keine Zeit. Einen verpatzten Übergang bemerkt fast jeder im Raum, ein verspätetes Getränk an der Theke – weil die Servicekraft sich gerade unterhält bzw. eine Frage beantwortet oder ähnliches – dagegen nur wenige.

8. Nur weil ein DJ seine Musik auf einem USB-Medium o.ä. hat, bedeutet das noch lange nicht, dass du dir den mal ausleihen darfst um dir die Musik zu kopieren! (Ja, wirklich erlebt!) Wie gesagt: Musik ist teuer, auch mp3s machen da keine Ausnahme.

9. DJs, die ein vorher aufgenommenes Set im Naddel-Stil als „live“ präsentieren, sind keine DJs und gehören gnadenlos ausgepfiffen! Auch diejenigen, die solche „DJs“ bewusst buchen, sollten sich den ganzen Abend in die Ecke stellen und anschließend die Tanzfläche mit der eigenen Zunge säubern.

 

Diese Liste ist mit Sicherheit noch nicht vollständig. Über eure Erweiterungen würde ich mich daher sehr freuen. Einsendungen bitte an ethan (at ) ethanmusic.de. Beiträge werden auf Wunsch natürlich mit Namen und ggf. Link versehen.
Gruß,
c2h5oh aka. Ethan 

12. Februar 2012

Anti-ACTA-Demo Dortmund

Ein Tag mit den HSK-Piraten und Gästen in Dortmund, der unerwartet extrem viel Spaß gemacht hat. Gerne wieder!

Und dann war da noch dieser Polizist, der ernsthaft über ACTA informiert werden wollte, weil sein Sohn da mal was mit kinox.to gesagt hat. Und wir dachten erst, dass es jetzt plötzlich noch Stress gibt. So kann man sich täuschen!

Mehr Bilder bei Picasa:

ACTA Demo Dortmund

Creative Commons Lizenzvertrag

Alle Bilder stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

9. Februar 2012

Stopp ACTA! Mitreisende zur Demo gesucht!

Samstag ist es (endlich) so weit, ich werde an meiner ersten Demo teilnehmen.

Manche werden jetzt vielleicht sagen „warum erst jetzt“, andere denken sich wohl eher „warum überhaupt“. Aber irgendwann ist halt immer das erste Mal und in diesem Fall geht es um etwas, das etwas bedroht, was ich quasi im täglichen Gebrauch habe: das Internet. (Aber nicht nur das, mehr zu ACTA findet ihr hier und hier)

Nun ist es also so weit und ich suche noch Mitfahrer. Gemeinsam ist es nicht nur lustiger, wir sind auch lauter! Außerdem kann man sich dann ein Wochenend-Ticket teilen. ;)

Die Piraten HSK haben zur Demo auch eine Fahrt geplant:

Piraten aus dem HSK demonstrieren gegen ACTA – Internationaler Aktionstag gegen ACTA

Am Samstag, den 11. Februar 2012, ruft die Piratenpartei Deutschland zu Demonstrationen gegen das am 26. Januar von der EU unterzeichnete Handelsabkommen ACTA auf. Auf der ganzen Welt und in mehr als 40 deutschen Städten werden Menschen auf die Straße gehen.

ACTA ist ein Geheimabkommen, welches von Lobbyisten und der Politik über vier Jahre unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wurde. Ziel des Abkommens ist eine Regelung der Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen. Es beinhaltet aber massive Grundrechtseinschränkungen und vage Formulierungen, die sehr viel Interpretationsspielraum offen lassen.

Auch Piraten aus dem Hochsauerlandkreis werden an der Demonstration gegen ACTA in Dortmund teilnehmen und laden deshalb ein, gemeinsam gegen den Geheimvertrag zu demonstrieren. Wir treffen uns um 13:40 Uhr am Bahnhof Neheim-Hüsten, um dann mit dem Zug um 13:54 Uhr Richtung Dortmund zu fahren. Treffen ist um 15.00 Uhr gegenüber des Hauptbahnhofes in Dortmund.
Quelle: Piratenpartei-HSK.de

Allerdings soll dies eine überparteiliche Aktion sein, also dürft ihr auch gerne mitkommen, wenn ihr keine Anhänger der Piraten seid.
Meine Route wird übrigens etwas anders aussehen und ich werde mich wohl um 9 Minuten verspäten, da ich sonst fast eine Stunde lang in Neheim warten müsste. Ich fahre um 13:22 Uhr in Brilon-Wald ab und komme um 15:09 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof an.
Wer also mitkommen möchte, kann sich gerne bei mir melden.
Weitere Infos zur Demo findet ihr im Pad, das entsprechende Facebook-Event gibt es hier. Und als passende „Kleidung“ findet ihr hier eine Guy-Fawkes-Maske zum Ausdrucken.

[Update] Ich fahre schon um 12:22 Uhr ab Brilon-Wald und treffe dann die HSK-Piraten in Neheim. Mitreisende werden immer noch gerne gesehen. ;)
Und auch wenn die Bundesregierung heute die Unterzeichnung von ACTA vorerst gestoppt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass wir uns jetzt darauf ausruhen dürfen. Ganz im Gegegnteil: jetzt müssen wir zeigen, dass die Unterschrift nicht nur aufgeschoben, sondern auch aufgehoben werden muss!

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