Der #ff

Es ist mal wieder Freitag. Alle Leute freuen sich aufs Wochenende. Alle Leute? Nein! Ein von Arbeit besessenes Online-Volk hört nicht auf in die Tasten zu hauen. Die fröhlichen und mitteilungsbedürftigen Twitterer fürchten sich eigentlich nur vor einem – dass sie nicht am Follow Friday erwähnt werden.

Ja, jeden Freitag schreiben Unmengen von Leuten Tweets, die meist nur  aus den Namen derer bestehen, denen sie gerne Folgen, begleitet von einem kleinen #ff. Doch was bringt der Follow Friday?

Meine Erfahrung (ich habe die letzten Wochen mal drauf geachtet) zeigt mir: Nichts! An einem normalen Twittertag bekomme ich in der Regel 1-2 Follower (meist Spam, der kurz darauf geblockt wird), während der letzten Freitage war es maximal einer. Der Follow Friday bewirkt also wohl eher das Gegenteil, er scheint neue Follower abzuhalten anstatt neue zu schaffen.

Doch woran liegt das? Ich schätze mal, es liegt an dem familiären Umfeld, welches man sich als Twitterer schafft: Man folgt meist Leuten, die ähnliche Interessen haben. Twitterer mit vollkommen anderen Ansichten werden nur ungern in der eigenen Timeline gesehen.

Irgendwann hat man dann die Leute gefunden, denen man folgen möchte. Neue Twitterer werden nur noch auf besondere Empfehlung aufgenommen. Dafür sollte der Follow Friday doch perfekt sein. Allerdings will man mit zunehmender Followerzahl keinen benachteiligen und erwähnt dann am FF möglichst viele Twitterer. Aus einer Empfehlung wird dann ganz schnell eine reine Liste von Namen – unpersönlich und uninteressant. Manche geben sich mehr Mühe und schreiben dazu, warum man eben diese Leute empfiehlt. Dies geschieht doch meist auch in einer hohen Zahl.

Eine wirkliche Empfehlung sieht anders aus, ist aber ganz einfach: Ein ReTweet.

Wer gute Tweets schreibt, wird in der Regel auch retweetet, euer Beitrag wird also auch in die Timeline der anderen befördert. Somit sehen nicht nur die eigenen Follower, sondern auch deren Follower euren Tweet. Wer oft retweetet wird fällt auf – positiv oder negativ. Wenn ihr negativ auffallt hat das selten negative Auswirkungen für euch, ihr verliert ja keinen Follower sondern schreckt höchstens jemanden ab, der euch sowieso nicht folgt. Wenn ihr positiv auffallt bekommt man schnell einen (oder mehrere) neue Follower, denen man wiederrum auch folgen kann und somit den eigenen Horizont um eine neue Variation der Weltsicht erweitern kann.

Ich werde daher am Follow Friday nicht mehr teilnehmen, ich werde stattdessen die Tweets, die ich gut finde, lieber weiterhin retweeten – dann wissen meine Follower auch, was sich so hinter dem Namen verbirgt und können dann selber entscheiden, ob sie der Person auch folgen möchten.

Nachtrag: Nela Panghy-Lee hat via Twitter mal nachgefragt, wie man zu ihrem Twitter-Account gekommen ist. Auch dabei sind es gerade einmal 5%, die ihr durch einen Follow Friday folgen.

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