GEZ-Zahler haben keine Rechte!

Es ist mal wieder so weit. Wieder mal hat ein Gericht bestätigt, dass GEZ-Zahler keinerlei Rechte haben. In diesem Fall das Kölner Verwaltungsgericht. Im konkreten Fall geht es um die Mehrkosten, die der ARD durch die Bezahlung Günter Jauchs (bzw. seiner Produktionsfirma) entstehen. (Info: Gulli.com)

Dieses Urteil zeigt nur wieder einmal, dass die Rechte der Bürger mit Füßen getreten werden. Oder wie kann es sein, dass wir für etwas zahlen müssen, das wir uns nicht ausgesucht haben? Wir zahlen eine Gebühr für etwas, das uns einfach aufgezwungen wird. Als würde uns einfach ein lila-grün gestreifter Duschvorhang geliefert und wir müssten die Rechnung zahlen. Manchen Leuten gefällt so ein Vorhang zwar, aber die würden ihn sich dann auch bestellen.

Also, was sind dann die „Öffentlich-rechtlichen“? Im Prinzip ist es Pay-TV. Allerdings eins, bei dem wir das Abo nicht so einfach kündigen können. Zumindest nicht, ohne direkt auch alle anderen Sender nicht mehr gucken zu können. Manch einer wird vielleicht sagen, die ÖRs seien wenigstens unabhängig im Vergleich zu den privaten Sendern. Nein, das sind sie garantiert nicht. Denn wer genau hin sieht, wird spätestens bei der Berichterstattung vor und während wichtiger Wahlen merken, welche Partei bevorzugt behandelt wird. Und das nicht nur beim ZDU
ZDF.

Es gibt eine schöne Radio-Werbung der GEZ, in der ein Handwerker meint, er bezahle natürlich GEZ, weil er natürlich bezahlt, was im geliefert wird. Seine Kunden würden das ja auch so machen. Ich frage mich dann jedes Mal, ob seine Kunden denn auch zahlen, wenn er ihnen einfach ungefragt was liefert.

Auch in diesem Spot wird natürlich gerne für alles bezahlt. Doch wer zahlt gerne für das alte Brot, wenn man nur frische Brötchen bestellt hat? Wenn das Essen nicht geschmeckt hat, kann ich mich beschweren. Bei der GEZ – wie im ersten Link beschrieben – nicht!

Für alle, die jetzt meinen, dass wenigstens bei den Radio-Sendern die GEZ angebracht sei, da ja schließlich jeder irgendwie irgendwo mal Radio höre: Auch im Radio sind nicht alle Sender ÖR. Es gibt auch hier eine Menge an Privaten Sendern. Und selbst wer nur diese hören will, muss trotzdem bezahlen.

Es wird Zeit, die GEZ abzuschaffen. Oder zumindest eine Alternative zu bieten. Wie lange soll man noch für etwas bezahlen, das man nicht bestellt hat? Wie lange werden wir noch gezwungen Sendungen wie „Musikantenstadl“ zu finanzieren? Ich gucke solche Sendungen nicht und will daher auch nicht dafür bezahlen müssen. Ich gucke andere Sendungen, für dich ich dafür bezahle, dass ich mir die Werbung ansehe. Ich höre Radiosender, die auch durch Werbung finanziert werden. Und dabei muss ich mir noch nicht einmal mehr Werbung anhören, als auf ör Radiosendern. Ich kann damit leben, denn ich kann es mir aussuchen! Es wird mir nicht aufgezwungen!

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4 Kommentare to “GEZ-Zahler haben keine Rechte!”

  1. Naja, wenn jeder nur für das zahlt was er sehen will (oder härter noch: tatsächlich sieht) dann steigen die Preise noch mehr.

    Die GEZ stirbt aus. Bald haben wir eine Haushaltsgebühr die jeder zahlen muss. Auch wenn er keinerlei „Empfangsgerät“ besitzt.

    Eines wollte ich noch loswerden, vielleicht hilft das, zu verstehen warum die wenige Werbung der ÖR Sender nicht ausreicht und es noch die Gebühren braucht:

    Ich nehme mal als Beispiel einen Skiabfahrtslauf, vielleicht guckst du ja sowas.
    Im Zieleinlauf der Rennstrecke ist der Kommentarplatz, dort steht der Moderator und fängt am Ende des Laufs idR seine Landsleute und den Gewinner des Rennens ab (Dauer etwa 10 Minuten netto). Im Ü-Wagen oder manchmal auch an einem externen Platz sitzt noch der Kommentator der das Rennen live kommentiert. Die Bilder von der Rennstrecke liefert der sog. Host aber für mein Beispiel, also den Kommentar und die Moderation/Interviews dieser 10 Minuten braucht es: 1 Ü-Wagen, ein Redaktionsbüro (meist ein Wohnmobil oder Wohnwagen), einen LKW fürs Material und einen Transporter für das Team (ca 6-X Leute, je nach Größe und Umfang der Produktion). Das Team muss mit eben jenen Fahrzeugen anreisen und aufbauen. Der Aufbau dauert bei Abfahrtsläufen idR 2 Tage, zu den daraus entstehenden Kosten kommen Stromkosten, 3 (!) Telefon und Internetleitungen, Gebühren für Funkfrequenzen, Hotelkosten fürs Personal. Ein Ü-Wagen kostet in der Anschaffung meist einen achtstelligen Betrag – das bedeutet dass die Firma den Ü-Wagen sicherlich nicht kostenlos dem Sender überlassen kann, nur weils ein öffentlich-rechtlicher ist.

    Du siehst, alleine eine Berichterstattung die an 2 Tagen je 10 Minuten dauert kostet sehr viel Geld. Die Kameraleute und Techniker, die die Drecksarbeit machen und den ganzen Tag bei oftmals -10 bis -30 Grad stehen und sich warme Gedanken machen müssen, werden dabei mehr als mies bezahlt – da bleibt kein Geld auf der Strecke, die Produktion an sich verschlingt so viel.
    Und wenn man sich all diese Kosten mal ausrechnet, dann wird man schnell merken, warum Fernsehen nicht komplett kostenlos ist.

    (und ja, ich hasse die GEZ auch. Auch wenn aus dem Topf das Gehalt von 2 Familienmitgliedern bezahlt wird)

    • Treffer! Ja, ich gucke Abfahrtsläufe (hin und wieder) ;).
      Mir ist schon bewusst, das hinter all diesen (wenn auch noch so kurzen) Beiträgen viele Kosten und (vor allem) Menschen stehen. Und das ein ÖR Sender nichts geschenkt bekommt versteht sich ja von selbst.
      Allerdings denke ich nicht, dass die Preise steigen würden, würde jeder nur für das bezahlen, was er sehen will. Denn schließlich gäbe es ja auch für die ÖRs die Möglichkeit mehr Werbung zu senden. Ich persönlich könnte damit leben, wenn ich dafür gratis unterhalten werde. Manch einem wird das vielleicht nicht gefallen, der kann ja dann gerne weiterhin bezahlen.
      Natürlich werden dann manche Sachen, wie zum Beispiel „Randsportarten“ auf der Strecke bleiben. Das liegt aber dann wohl auch daran, dass sich kaum jemand dafür interessiert. Warum sollte ein Sender über Dinge berichten, die niemand sehen will. Ok, man könnte vermuten, dass dann ganz schnell tagsüber nur noch „Familiendokus“ o.ä. gezeigt werden, allerdings zeigen ja auch nicht alle privaten Sender so einen Müll (sorry, ich mag die Sendungen echt nicht). Man hat ja immer noch die Möglichkeit umzuschalten. (Oder mal ein Buch zu lesen – die GEZ muss man dann aber immer noch bezahlen)
      Mein größter Kritikpunkt an der GEZ bleibt allerdings immer noch der Zwang – ohne Chance auf eine Alternative und Mitbestimmung!

  2. Im letzten Verdi Medienheft stand ein wirklich interessanter Artikel zu der GEZ und dem neuen Haushaltsbeitrag. Ich ärgere mich gerade, das Heft schon weggeworfen zu haben. Falls du da irgendwie rankommen kannst, blätter mal rein. Das war das Titelthema.

    Ich fürchte wenn man es bach deinen Plänen macht, unterscheiden sich die ÖR wirklich kaum noch von den Privaten und dazu gehören auch die „Familiendokus“ (vom Göttergatten liebevoll „Unterschichten-TV“ genannt)

    Ich finde gut, dass es noch werbefreie Sender gibt. Mich nervt total dass bei den Privaten auf eine Zeitstunde etwa 15 Minuten Werbung kommt, je nach Tageszeit. Ich will ja die Sendung oder den Film sehen, nicht die Werbung. Will ich Werbung sehen, muss ich nur in unseren Riesensupermarkt gehen, die schütten einen zu damit.
    (und zuguterletzt sind die Privaten absolut unmögliche Auftraggeber, bei den ÖR muss man zwar auch mit dem nötigsten Auskommen aber die schaffen wenigstens eine gescheite Disposition und nicht so einen Murks)

  3. Ich kann mit Werbung während eines Films/einer Sendung leben. Wer das nicht kann darf ja gerne für werbefreies Fernsehen bezahlen, aber warum müssen alle anderen mitbezahlen?
    Und „Unterschichten-TV“ (ja, auch ich nenne es gerne so) setzt sich ja zum Glück nicht auf allen Sendern durch. Es gibt ja immer noch (private) Sender, die eine Alternative bieten.

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