Artikel getaggt mit ‘Nature One’

10. August 2011

NatureOne 2011 – mit dem Paddelbot durch’s Camping Village!

Eins vorweg: Nein, ich bin nicht mit dem Paddelbot durch’s Camping Village gefahren. Leider hatte ich keins dabei, denn funktioniert hätte es bestimmt!

Auch in diesem Jahr durfte ich für xtranews.de wieder Fotos auf der Pydna schießen. Mit Presseausweis und allem drum und dran. Und nachdem ich im letzten Jahr noch mit einer kleinen Casio Exilim versuchte im Pressebereich nicht ausgelacht zu werden, brachte ich diesmal meine frisch (gebraucht) erworbene Sony alpha 100 mit – und vergeigte direkt mal haufenweise Fotos.

Mal zu dunkel, mal verschwommen und bei meinem ersten Bühnengang bei Herrn Tanneberger dann mal total überbelichtet. Ich hätte mir pausenlos in den Arsch beißen können.

Zum Glück hatte ich dann auch bald den Fehler gefunden und konnte anfangen bessere Fotos zu schießen. Außerdem vertröstete ich mich auf den Samstag Abend.

Als ich mich dann am Samstag nach dem ersten Regenschauer auf die Suche nach ein paar Freunden und interessante Motive machen wollte, wurde ich dann doch ein klein wenig nass. Ok, richtig nass. Also, so richtig richtig nass. Als hätte ich mitsamt Klamotten gebadet.

Da hat auch der kurze Aufenthalt im Partyzelt von HarderRadio.fm nicht viel geholfen. (An dieser Stelle nochmals danke für den trockenen Flecken, auch wenn mir eure Atzen-Musik nicht gerade zugesagt hat. ;) )

Anschließend habe ich mich bei einem weiteren Schauer mit einigen Leuten in eine kleine Waldhütte gerettet und auf ein Ende des Regens gewartet. Leider kam das nicht. :\

Eigentlich schäme ich mich ein wenig überhaupt von der Nature zu schreiben. War ich doch einer der wenigen, die sich von dem Regen den Spaß haben nehmen lassen. Aber wenn man so durchnässt war wie ich, kann es einem schon mal den Spaß verderben.

Als ich nämlich endlich wieder am Zelt war, stand für mich fest, dass ich den Abend daheim verbringen werde. Trocken und warm.

Hoffentlich darf ich mich im nächsten Jahr wieder über Sonnenbrand auf den Fußsohlen ärgern. ;)

Die Bilder vom Freitag (und ein paar vom Samstag) findet ihr bei xtranews.de

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2. August 2010

Nature One 2010, oder dreieinhalb Tage ohne Twitter

Geschafft, ich bin wieder zuhause, bin gebadet, hab wieder etwas ungegrilltes gegessen und ausgeschlafen. Ohne Ohrenstöpsel. Ohne dauerndes Gehämmer von mehreren Bässen der Zelte um uns herum. Oder besser gesagt Bühnen. Zeitweise 5-6 gleichzeitig, je nach Windrichtung. Und unsere Lieblingsnachbarn, welche wohl nur zum Campen dort waren, waren sogar so nett uns ca. 72 Stunden lang fast ohne Unterbrechung mit schlechtestem Hardstyle (meiner Meinung nach Kindertechno) zu versorgen.

Aber erst mal langsam.

Donnerstag: Anreisetag. Treffen um 12 im Sauerland. Ich komme mit meinem Beifahrer zu spät. Mussten noch das Fleisch vom Lieblings-Metzger abholen. Um halb eins dann endlich wirklich Treffen. Problem: Meine Mitfahrer haben vergessen den Pavillon abzuholen. Der liegt jetzt in einer Garage, dessen Besitzer, der uns wenige Tage vorher abgesagt hat, wieder in Aachen ist. Was nun? Baumarkt. Einen neuen kaufen. Für 4 Mann reicht ja auch ein normaler. 4 Mann… nur. Geplant waren wesentlich mehr. Alle kurz vorher abgesagt. Egal, dann fährt halt nur die Elite! ;)
Endlich kann’s los gehen. Nach ein paar Umwegen – eine Kooperation meines Navis und meiner plötzlichen Orientierungs-Unfähigkeit – verlassen wir die Autobahn. Um dann kurz darauf von der Polizei angehalten zu werden. Ok, ich eigentlich nicht, aber das Auto meiner Mitfahrer. Ich könnte weiterfahren, aber ob ich jetzt hier warte oder 100m weiter. Und da ich nichts zu befürchten hab, können die Beamten auch ruhig mein Auto durchsuchen. Naja, sie hätten es auch wenigstens wieder einräumen können. Unordentliches Pack! Aber die Leibesvisitation fand ich schon recht befremdlich, zumal mir der Polizist, der mich abgetastet hat, als einziger in den Schritt gefasst hat. Huch! Muss ihm wohl gefallen haben. Oder so. Nunja, soll er auch mal sein Vergnügen haben. Beim nächsten Mal ist die Hand aber ab!
Kurz darauf können wir endlich weiter fahren, wenn auch nicht weit: Kurz hinter Kastellaun stehen die Autos. Bei der Kontrolle sagte noch ein Beamter, dass auf dem Platz nichts mehr ginge, die müssten die Autos mit dem Trecker darauf ziehen. Oha! Langsam geht es weiter. Der erste Ordner, der die 2 Auto-Spuren zu einer zusammen führt schafft es schon fast uns zu trennen. Anstatt mal kurz auf die Nummernschilder zu gucken oder auf den Zuruf “wir gehören zusammen” zu reagieren hält er lieber seine “Eins rechts eins links”-Reihe ein. Idiot. Egal, kurz mit dem Auto vor uns gesprochen und schon sind wir wieder hintereinander. Zumindest bis zum nächsten Ordner! Am Eingang des Camping-Geländes werden wir dank eines völlig bedepperten Ordners schon wieder getrennt. Und diesmal nicht nur 1 Auto, sondern gleich mehrere. Auch diesmal hilft der Hinweis auf unsere Zusammengehörigkeit nicht wirklich. Als Antwort kommt nur “das staut sich da gleich sowieso wieder”. Na toll, und die Autos zwischen uns verschwinden dann einfach. Noch nie so dämliche Ordner erlebt. Dämliche HipHop-Schw…
Ach ja, Trecker sehe ich keine. Allerdings schafft mein Mitfahrer es nicht mit seinem heckbetriebenen Kombi über einen matschigen Weg leicht bergauf zum zugewiesenen Platz zu kommen. Dadurch werden wir zwar die Autos zwischen uns los, landen jedoch auf einem Platz, auf dem wir uns schon mal vom Schlaf verabschieden können. Rund um uns herum: Bühnen, große Zelte und laute Boxen. Will was twittern. Geht nicht. Voller Empfang, aber kein Internet. Aber was soll’s, Jammern hilft ja auch nicht. Also Zelte aufgebaut, in der Mitte ne Plane ausgelegt um nicht die ganze Zeit im Matsch zu stehen, Pavillon errichtet und Alkohol rausgeholt. Prost!

Freitag: Kater! Aber nicht der normale, sondern mehr eine Mischung aus Alkohol, Camping, wenig Schlaf und dem verf***ten Bass vom Kindertechno nebenan. Dazu kennt der “DJ” gerade mal genau 1 Effekt: Backspin. Twitter? Geht nicht.
Aber wenigstens scheint die Sonne. Oder besser: Sie knallt! Geilo! Genau das hatte ich erhofft. Wollte ich doch sowieso mehr Sonne abkriegen. Also die Luftmatratze geschnappt, Sonnencreme nicht vergessen und ab in die Sonne. Allerdings hätte ich mich besser eincremen sollen. Eine rote Stirn und brennende Füße bestätigen das. L
So geht der Tag dann auch irgendwie rum und irgendwann gehen wir dann auch zur Pydna. Ich bin gespannt, stehe ich doch dank @unkreativnet bzw. xtranews.de auf der Gästeliste und darf Fotos machen. Was genau ich damit darf weiß ich in dem Moment noch nicht, dafür hat sich die Gelegenheit zu kurzfristig ergeben. (Twitter ist schon klasse!) Also stelle ich mich am Schalter für die Presse an und kurz darauf habe ich 2 Plastikbänder am Arm – eins für den Backstage-Bereich und eins für den Bühnengraben vor der Open Air Stage. Dazu bekomme ich einen Zettel mit ein paar Fakten zu Nature und einem Zeitplan der Auftritte auf den Headfloors. Gelb unterlegt sehe ich bei einigen Künstlern: Bühnenbegehung. Coole Sache! Ich darf auf die Bühne und ganz nah ran um Fotos zu schießen. Wann bekommt man schon mal so eine Gelegenheit?! So laufe ich also fast den ganzen Abend von Begehung zu Begehung, mache ordentlich Fotos und genieße es zwischenzeitlich die Abwärme eines Strahlers nutzen zu können – inzwischen ist es nämlich so kalt, dass meine kurzen Sachen keine gute Idee mehr sind! Aber ich halte durch und um 3:45 Uhr schaffe ich es zum ersten Mal im dritten Jahr Lützenkirchen live zu sehen – und bin enttäuscht. Da inzwischen die Kälte die Kontrolle über das Auf-Ab-Intervall meines Mundes genommen hat entscheide ich mich dann doch mal zurück zum Zelt zu gehen und in den wärmenden Schlafsack zu schlüpfen. Twittercheck: Nix.

Samstag: Müde, genervt, blaaahhh. Der Tag rattert an mir vorbei. Hin und wieder ein Radler, Sonne knallt wieder, Twitter rührt sich nicht. Und dabei wollte ich doch ein paar Leute mit Bildern versorgen. Und mich mit @shortyNRW treffen. Das kann ich jetzt vergessen.
Ich freu mich auf die Dusche, verspreche ich mir doch etwas Abkühlung und vor allem mal wieder fit zu werden. Klappt aber nicht. Der Strahl aus meinem Duschkopf ist so mickrig, dass ich mir die Haare anschließend noch mal am Wasser-LKW auswasche. Der schönste Moment, wenn auch mit schrecklichem Hintergrund: Die Gedenkveranstaltung für die Loveparade-Opfer. Mehrere Tausend weiße Luftballons steigen zum Himmel, bis auf ein paar Idioten haben alle ihre Musik ausgemacht. Stille. Anschließend lauter Applaus. Danach wieder Musik.
Am Abend geht’s dann mal wieder zur Pydna. Bühnenführungen, Bühnengraben und meine erste Pressekonferenz. Hat was Lustiges. Woody van Eyden fotografiert erst mal zurück. Ein paar Infos werden verkündet (55.000 Besucher), Nikolaus Schär (der Veranstalter) erzählt, wie er die Tragödie der Loveparade erlebt hat und die Tage danach verbracht hat und was er von den Veranstaltern hält (“Das wüsste eine australische Schaafsherde besser als die”). Anschließend können Fragen gestellt werden. Nichts besonderes dabei, aber von dem Typen, der a) zu blöd ist die Hügel rauf zu klettern und b) meint die Veranstalter dafür verantwortlich machen zu können, dass er seinen Wohnwagen fest gefahren hat, sind alle genervt.
Anschließend Nature One Inc. und Feuerwerk und bei Armin van Buuren gehe ich auch noch mal auf die Bühne. Danach geh ich dann auch noch mal feiern.
Zurück am Zelt. Der “DJ” hat nen neuen Effekt gefunden: Pitch! Und er nutzt ihn, wie wir ihn damals mit 12 benutzt haben. Ganz rauf, ganz runter, ganz rauf… Ohrenstöpsel rein, Schlafsack über die Ohren gezogen und eingeschlafen.

Sonntag: Müde, genervt, gereizt. Aber: Gleich geht’s nach Hause! Da ich gestern tagsüber nicht viel und am Abend gar nichts mehr getrunken habe, können wir früh losfahren. 10 Uhr. Da kommt man noch relativ schnell vom Platz. Außerdem ist noch ein Abstecher bei meinem Bruder geplant. Seine alten Technoplatten und nen Plattenspieler abholen. Außerdem hat der Krawallsalat versprochen.
Diesmal werde ich nicht mehr kontrolliert. Hätte auch keinen Bock drauf, auch wenn ich auch hier nichts zu befürchten gehabt hätte.
Ich komme also insgesamt recht gut und schnell durch und bin froh, als ich wieder im Sauerland bin. Nachdem die wichtigsten Sachen ausgepackt sind (der Rest kommt später dran) gehe ich erst mal eineinhalb Stunden in die Badewanne und bin froh endlich entspannen zu können. Danach: Schlafen. Lange schlafen. Richtig schlafen! So ganz ohne Bumbum und Pitch.

Montag: Bilder durchschauen, brauchbare auswählen und die guten an xtranews schicken. Dazu noch nen Text geschrieben. Und jetzt: Bloggen. Hab ja nen Bericht versprochen. ;) Und Twitter funktioniert auch wieder!

Zum Schluss: Mein Artikel und die Bilder auf xtranews.de!

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25. Juli 2010

Loveparade, aus der Ferne mitgefühlt

Es hätte ein schöner Tag werden können. Ich hätte mir die Loveparade im TV angesehen und dabei geärgert, dass ich am Abend arbeiten muss und daher nicht nach Duisburg fahren konnte, so wie es ein Freund vorgeschlagen hatte. Ich wäre abends zur Arbeit gegangen und hätte gemotzt, dass ich wegen 5 Besuchern eine geile Party verpasst hätte. Es hätte ein schöner Tag werden können.
Doch es sollte anders kommen. Ich habe die LoPa im TV geschaut, ich habe mich zunächst geärgert. Doch dann hab ich genauer hin gesehen. “Ganz schön voll” hab ich mir gedacht, aber ok, das ist halt die Loveparade. 1,4 Millionen Menschen sind halt nicht wenig. Kurz darauf schwenkt die Kamera auf eine Stelle am Zaun, welcher gerade eingerissen wird. Selbst die Kommentatoren sind kurz irritiert. Und dabei sah es in dem Moment noch aus, als hätten einfach nur ein paar Leute kein Bock auf die Sicherheitskontrollen. “Das Gelände ist ja toll gesichert” hab ich mir gedacht. Und “hoffentlich passiert da nichts”. Zurück zur Musik. Die Polizei wird das sicher mit bekommen haben und sich darum kümmern.
Da ich ja schon recht früh wusste, dass ich nicht nach Duisburg konnte, hatte ich mich auch nicht großartig informiert. Das das Ganze auf einem Gelände stattfinden solle hatte ich noch nebenbei gelesen. Und das dieses Gelände irgendetwas mit der Bahn zu tun hat. Das war’s aber schon.
Zwischendurch habe ich von TV auf Radio gewechselt. Ich wollte ja die Musik hören. Irgendwann habe ich zurück geschaltet. Ich sehe, wie Menschen Erdwälle hoch und runter rutschen. “Das kann doch nicht so geplant sein” hab ich mir gedacht. Kurz darauf ist bei genauem Hinsehen zu erkennen, wie Menschen in der Nähe des Tunnels eine Traverse hoch klettern. Noch immer hatte ich keine genaue Ahnung vom Gelände und dachte, die wollten auch nur abkürzen. Aber es hat mich schon gewundert, dass die Polizei da nicht eingegriffen hat. Schließlich sagt einem auf jeder Abi-Party schon nach kurzer Zeit jemand von der Security, dass man von den Traversen weg bleiben solle.
Ich konzentriere mich erst mal wieder auf meinen PC und bekomme außer der Musik kaum etwas vom TV mit.
Irgendwann wird viel geredet. Mehr als sonst. Länger als sonst. Ich höre genauer hin. “Tote… Verletzte… Massenpanik…” “Waaas?? Oh Gott! Was ist denn da los?” Ich verfolge die Berichterstattung nun genauer. Und langsam mache ich mir Sorgen. Einige Freunde wollten dort hin. Und auch einige Leute aus meiner TimeLine. Wie es ihnen wohl geht? Ich versuche mich erstmal selber zu beruhigen und denke “denen wird’s schon gut gehen”. Doch irgendwie lässt mir das keine Ruhe. Ich schreibe eine Rund-SMS an alle, von denen ich weiß, dass sie dort hin wollten und deren Nummer ich habe. Irgendwie werde ich immer abwesender. Mache mir große Sorgen.
Dann endlich eine SMS: “Ja bei uns ist alles gut, machen uns jetzt auch wieder auf den heimweg!” Puh! Kurz darauf ist auch im Buschfunk zu lesen “[...] . . Lebt noch . . .”. Der war auch in Duisburg. Schön das zu lesen.
Eigentlich könnte ich jetzt beruhigt sein, sind doch wohl alle meiner Freunde wohl auf. Ich werde aber nicht viel ruhiger. Hätte nie gedacht, dass mich ein Ereignis, das so weit weg (immerhin 300km) ist und mich nicht direkt betrifft so mitnehmen könnte.
Auch jetzt, nachdem ich mit der Arbeit fertig bin, bin ich noch ziemlich aufgewühlt. Daher auch dieser Eintrag. Ich versuche noch immer mich zu beruhigen.
Da ich nicht schlafen kann nutze ich die Zeit um mich mal etwas zu informieren. Auf DerWesten.de gibt es interessante Artikel über das Gelände. Dort haben schon vor einigen Tagen Ortskundige geschrieben, dass der Weg durch den Tunnel nicht gut gehen kann. Auch ist zu lesen, dass auf dem Gelände gerade einmal 400 bis 500 Tausend Leute Platz haben. Und das bei einem Event, bei dem mit einer bis 2 Millionen Besuchern zu rechnen war. Der Veranstalter meint, dass ja nie so viele Leute gleichzeitig auf dem Gelände seien. Hallo? Ok, nicht alle 1,4 Millionen, aber mit definitiv mehr als 500.000 Leuten bei der Abschlusskundgebung war doch wohl zu rechnen. Und dass sich viele Leute, die nicht mehr hinein gelassen werden einen anderen Zugang suchen ist ja auch nichts Neues.
Langsam melden sich auch wieder einige Leute aus meiner TimeLine, die sehr nah am Geschehen waren. So schreibt @twitgeridoo: “Genau dort bin ich, etwa 15 Minuten vor der Massenpanik hoch geklettert: http://j.mp/cZ290M ..noch nie habe ich mich dem Tod so nah gefühlt.” @unkreativnet war wohl beruflich dort und Stand mit seiner Kamera nicht weit vom Unglücksort entfernt. Doch er beweist, dass auch Journalisten Anstand und ein Gewissen haben. Er verzichtet in seinem Blog ganz bewusst auf Fotos, hat sie lieber der Polizei gegeben. Dafür hab ich echten Respekt. Auch wenn man sich dafür mit Nazis vergleichen lassen muss. Manche Leute kapieren es einfach nicht.
Auf DerWesten.de und DWDL.de sind erste Erlebnisberichte zu lesen. Auch hier (fast) keine Fotos. Gut so! Lasst den Quoten-Journalismus ruhig die Bild machen. Und die tut das natürlich auch.
Inzwischen ist auch auf Loveparade.com eine Nachricht an die Opfer und deren Familien zu lesen. Dort war zunächst noch recht lange ein Live-Stream zu sehen. Zwar wurden einige Kameras aus dem Multi-Stream offlline genommen, jedoch waren auch lange nachdem myvideo und youtube den Stream gestoppt hatten noch Live-Bilder vom Gelände zu sehen. Meiner Meinung nach nicht gerade pietätvoll. Das die Musik auf dem Gelände weiter läuft um einen zweiten Massen-Strom zu vermeiden macht ja Sinn und ist eine gute Idee (wenn auch etwas befremdlich), aber den Stream weiter laufen zu lassen als sei nichts geschehen… Nicht so schön.
Langsam beruhige auch ich mich. Endlich. Dies war kein schöner Tag.
Am nächsten Wochenende bin ich auf der Nature One. Gleiche Musik. Aber wesentlich besser organisiert. Und zum Glück werden es wohl nur 60-65 Tausend Besucher. Dort kenne ich das Gelände, kennen auch alle verantwortlichen das Gelände. Sie wissen, was man dort machen kann. Nach 14 Jahren sollte man davon ausgehen können, dass sie genug Erfahrungen haben, damit so etwas nicht passieren kann.
Ich hoffe auf ein schönes, unfallfreies und sonniges Wochenende mit viel Spaß und Musik.
Natürlich gilt mein Beileid allen Opfern und deren Familien und Angehörigen. Diese Loveparade wird wohl so schnell niemand vergessen.

Nachträglich, nachdem ich viele Blogs und Erlebnisberichte gelesen habe, möchte ich noch erwähnen, dass ich mit diesem Eintrag nicht vor habe/hatte Besucher auf mein Blog zu locken. Manch anderer Blog scheint das zu tun. So finde ich persönlich den Eintrag von Sascha Lobo sehr sinnlos. Er schreibt über mehrere Zeilen, dass er nichts zu dem Thema zu sagen hat. Dann soll er es doch auch bitte lassen.
Ich habe diesen Eintrag geschrieben, um meine eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen – um sie selber begreifen zu können. Denn wie ich oben schon geschrieben habe, hätte ich niemals erwartet, dass mir das Ganze so nah gehen könnte. Noch immer könnte ich weinen, wenn ich Videos und Fotos sehe, auf denen das Geschehen dokumentiert ist. Deshalb versuche ich sie zu vermeiden. Im Moment schaue ich das Extra auf WDR. Dort werden keine Videos gezeigt, in denen Menschen reanimiert werden. Dort wird nicht versucht Quote zu machen. RTL werde ich dagegen die nächsten Tage nicht mehr einschalten. Im Moment kann ich mir die Videos einfach noch nicht ansehen. Nicht, weil ich sie nicht sehen will oder die Augen davor verschließen will, sondern weil ich sie im Moment einfach noch nicht verarbeiten kann.

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