9. Januar 2011
Hey, ich hab’s doch schon echt lange durchgehalten. Während manche Freunde schon seit langer Zeit bei Facebook sind, konnte ich mich lange genug dagegen wehren. Als neugieriger (ich sage lieber “vielseitig interessiert”) Mensch bin ich dann – quasi als letzte Sünde des Jahres – an Silvester doch noch schwach geworden und habe mich angemeldet. Ok, eigentlich nicht mich selber, sondern Ethan Ó L. – mein DJ Alter Ego. ;)
Egal, jetzt ist es so weit und ich nutze es nunmal. Machen wir das beste d’raus. Ich fange also an Freunde und bekannte zu adden, zu zeigen welche Musik ich mag, schaue mir andere Seiten & Profile an und schreibe hin und wieder auch Statusmeldungen und Kommentare. Das ist der gute Teil.
Auf der anderen Seite sieht man nicht nur, was interessante, kritisch denkende Menschen machen, sondern auch die Kommentare und Aktivitäten jener, welche auf der Straße jedem, der ihre Freundin schief anguckt am liebsten das Genick brechen würden, im Gegenzug aber Ihre Bikini-Urlaubs-Fotos mit Link zu ihrem Profil im Internet hochladen. Kurz gesagt jene, die glauben im Internet stünde hinter jedem Link/Button genau das, was drauf steht. (ok, die Erklärung ist etwas weit gefasst… kam mir aber als erstes in den Kopf)
Zwei Beispiele:
- Der “Gefällt mir nicht”-Button. Klar, das ist etwas, das auf Facebook wirklich noch fehlt. Daher ist es nur naheliegend, dass irgendwer damit versuchen will Leute hereinzulegen. Ich habe inzwischen zwei verschiedene Varianten gesehen.
- Dieses Mädchen hat sich umgebracht nachdem ihr Vater DAS an ihre Pinnwand geschrieben hat ! Ein solcher Satz alleine sollte ja schon stutzig machen.
Beide Varianten (es gibt sicher noch unzählige mehr davon) funktionieren so: Man wird duch einen Link, den jemand in der Statusleiste gepostet hat auf eine Seite geleitet, auf der man genauere Anweisungen erhält:
Absolviere die 2 Schritte um den Pinnwandeintrag zu sehen! :
Schritt 1: klicke auf “gefällt mir” :
Schritt 2: Klick auf “Share” und im anschliessenden Pop-up auf “Teilen”:
Achtung: Du Musst alle Schritte absolviert haben um zur nächsten Seite zu gelangen!
**Die Schritte sind IP überwacht und du wirst sofort freigeschaltet nachdem alles absolviert wurde.
Da ich die Verbindung zwischen Twitter und Facebook getestet habe, weiß ich, dass es recht einfach ist echte Anwendungen für Facebook zu erkennen (es sei denn sie sind gut getarnt, was die beiden oben genannten Beispiele definitiv nicht sind):
Man muss weder eine Seite “liken”, noch irgend einen Link für andere posten um sie zu aktivieren!
Und mal davon abgesehen: Warum will man wissen, was ein Vater auf dem Profil seiner Tochter geschrieben hat, weshalb sie sich umgebracht hat? Das hat mit Neugier nichts mehr zu tun, sondern nur mit Abartigkeit.
Und wenn es wirklich einen funktionierenden “unlike”-Button für Facebook gäbe, würde er doch von Facebook selber eingeführt oder?
Naja, ich wette dieser Beitrag wird keinen davon abhalten sich von solchen Seiten reinlegen zu lassen, da wohl kein Betroffener diesen Artikel lesen wird. Vielleicht sollte ich für das lesen dieser Seite ein makaberes Geheimnis anbieten oder so…
Wie auch immer, mich hat das einfach aufgeregt und da ich nicht dauernd andere anrufe um sie mit Dingen zu belästigen, die ihnen wohl völlig egal sind, musste ich es einfach hier loswerden. Dafür sind die meisten Blogs ja da. ;)
Ich möchte hiermit übrigens niemanden beleidigen, höchstens zum Nachdenken anregen.
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